Newsletter vom 4. März 2008
Vorverlegung der Maturität: Leichfertiger Abbau von Bildungsqualität
Der Bildungsrat hat an seiner letzten Sitzung beschlossen, die Maturität ab 2012 vor die Sommerferien vorzuverlegen. Er begründet diesen Entscheid mit der zu kurzen Zeit zwischen Maturabschluss und Studienbeginn («… lässt den Schülerinnen und Schülern kaum Zeit für Erholung») und mit administrativen Problemen der Universitäten. Der Entscheid reiht sich ein in eine ganze Reihe von Abbauschritten, ohne dass am gymnasialen Auftrag auch nur das Geringste geändert worden wäre. Im Gegenteil: Das laufende Projekt «Hochschulreife und Studierfähigkeit» zeigt schon jetzt mit aller Deutlichkeit, dass die Anforderungen der Universitäten an die Maturanden insbesondere im Bereich der überfachlichen Kompetenzen gestiegen sind. Die LKM hält fest, dass mit der Wiedereinführung der obligatorischen Hauswirtschaftskurse und der Vorverlegung der Maturität rund ein Quartal weniger Unterricht erteilt werden kann und protestiert vehement gegen die Leichtfertigkeit, mit der die verantwortlichen Behörden im Jubiläumsjahr 2008 («175 Jahre Zürcher Mittelschulen») einen Qualitätsabbau in Kauf nehmen. Die LKM wird sich mit Nachdruck dafür einsetzen, dass bei der konkreten Ausgestaltung des Vorverlegungsentscheids möglichst wenig Unterrichtszeit verloren gehen wird.