Newsletter vom 2. Juli 2007

Unerwartetes Huusi-Comeback – Spendierfreude am falschen Ort

Selbst für die Initianten überraschend hat der Kantonsrat an seiner gestrigen Sitzung mit 112 zu 35 Stimmen der Initiative zur Wiedereinführung der dreiwöchigen Internatskurse für Hauswirtschaft zugestimmt. Der Gegenvorschlag, der hauswirtschaftlichen Unterricht im Untergymnasium vorsah, blieb chancenlos. Ein Referendum erscheint angesichts der deutlichen Zustimmung als sehr unwahrscheinlich; dem Huusi-Comeback dürfte deshalb nichts mehr im Wege stehen.

Die Rückkehr zu den teuren Obli-Kursen wird den Kanton nach Schätzungen des Regierungsrats einmalig 11 Millionen und jährlich wiederkehrend 4.2 Millionen Franken kosten. Dass diese finanziellen Konsequenzen die Begeisterung für gymnasiales Kochen, Flicken, Werken und Haushalten in beinahe allen Fraktionen nicht dämpfen konnte, lässt hoffen, dass die Zeiten des Sparens auf dem Buckel der Kantonsschulen endgültig vorbei sind. Wir erwarten jedenfalls, dass die Umsetzung der erfolgreichen Initiative durch die Regierung nicht zu Lasten der Schülerpauschale erfolgt. In enger Kooperation zwischen den Schulen und der Bildungsdirektion sollte zudem die Renaissance der Rüebli-RS so erfolgen, dass die Kernaufgabe der Mittelschulen, die Studierfähigkeit sicherzustellen, so wenig wie möglich tangiert wird.